Wandern: Von Hřensko durch die Edmundsklamm und die Wilde Klamm zum Prebischtor

Auf Reisen verlasse ich mich gerne auf Tipps von Freunden – insbesondere wenn die Interessenlagen sich ähneln. So traf es sich sehr gut, dass zwei Freunde bereits in der Sächsischen Schweiz wandern waren. Sie legten uns die Klammen bei Hřensko und das Prebischtor mit den wärmsten Empfehlungen ans Herz. In unserer lieb gewonnen App “outdooractive” fanden wir dann auch die entsprechende Tour.

Hřensko

Der Ort Hřensko ist hinter Schmilka der erste Ort der Sächsischen Schweiz auf der tschechischen Seite. Und weil sich der Gast ja nicht mehr in Sachsen befindet, heißt das Gebiet ab dort auch Böhmische Schweiz. Auffällig ist, dass der Tourismus in Tschechien anders zelebriert wird als auf der deutschen Seite:

  • Parkplätze sind reichlich vorhanden – aber meist für Hotelgäste oder Restaurantbesucher reserviert
  • Überall finden sich die sogenannten Asia-Märkte auf denen man billige Textilien in zweifelhafter Qualität kaufen kann
  • Alles scheint bunter und quirliger zu sein – solange man nicht die ausgelatschten Touristenpfade verlässt

Edmundsklamm und Wilde Klamm

Der kostenpflichtige Wanderparkplatz (4,50 Euro pro Tag) war dann auch schnell gefunden und auch der Start der Wanderung war hervorragend ausgeschildert.

Auf in die Klammen

Auf in die Klammen! Foto: Andreas Kruck

Zunächst ging es auf gut ausgebauten aber auch extrem befüllten Wegen durch die Schlucht bis zur Edmundsklamm, wo wir den ersten Kahn (3 Euro pro Person) bestiegen. An dieser Stelle wird die Klamm so eng, dass es anscheinend keine Möglichkeit gab, den Wanderweg weiter zu bauen. Die 20 minütige Fahrt auf dem Flüsschen Kamenice wurde uns durch charmante und witzige Erläuterungen des Bootsführers versüßt. Immer wieder sprach er mich oder andere Gäste in seiner spitzbübischen Art an: “Hallo, Dame, blond, Fotoapparat links, Bitte.”

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Böhmischer Charme und Witz trifft auf atemberaubende Landschaft.

Und es gab tatsächlich an jeder Ecke etwas Besonderes und Spannendes zu sehen… mit genügend Becherovka intus hätte ich sicher auch die verschiedenen Tierformen in den Felsen erkannt.

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Felstrolle!

Der zweite Abschnitt der Wanderung war schon deutlich leerer, da die meisten Touristen nur in der Baude einen Kaffee zu sich nahmen (oder eine Himbeerbrause) um dann mit dem Boot zurück zu fahren. Wir aber gelangten nach einer halben Stunde bereits an die nächste Station, wo wir wieder ein Boot bestiegen, um die enge Schlucht zu passieren (2,50 Euro pro Person). Am Ende der Klammen war der Wanderweg dann zwar angenehm leer, aber es setzte ein beständiger Regen ein. Dennoch setzten wir tapfer unseren Weg nach Mezní fort, wo wir uns im Restaurant Mezní Louka mit einem Kaffee stärken wollten. Leider ignorierte uns das Personal vollkommen, so dass wir ohne wärmendes Getränk wieder aufbrachen. Nachdem wir den Regen weitestgehend abgewartet hatten natürlich.

Das Prebischtor

Auf der Etappe zum Prebischtor begegneten uns noch weniger Menschen, was den Weg durch die Wälder und vorbei an surrealen Steinformationen wirklich angenehm machte.

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Felsen ragen immer wieder aus dem Nichts empor

Am Prebischtor angekommen, sparten wir uns den Eintritt (3 Euro), der uns berechtigt hätte direkt unter den natürlichen Felsbogen zu gelangen. Erstens schien uns der Aufstieg das Geld nicht wert und vor allem hatte Andy Bedenken wegen seiner Höhenangst. Stattdessen legten wir also eine kleine Rast auf einer Plattform kurz unterhalb der niedlichen, fast wie in Fels gegossenen, Baude ein und genossen von dort die wunderbare Aussicht auf das Tor.

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märchenhafte Baude – verwachsen mit Wald und Fels

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Das Prebischtor

Die letzte Etappe des Rundweges zurück nach Hřensko gestaltete sich ziemlich kräftezehrend und weniger hübsch als die vorherigen Abschnitte. Und das obwohl es fast nur bergab ging. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass es nicht die aller klügste Idee war, die längste Wanderung (knapp 21 km) direkt am ersten Tag zu unternehmen. Ich zumindest merkte, wie die Kraft meine Beine verließ und der steinige, breite Weg zu einer Herausforderung wurde. Die letzten 1,8 km immer an der Straße entlang waren dann auch nicht unbedingt hilfreich.

Wenn man sich diverse Wander-Websites und die Beschreibung von outdooractive anschaut, wird die von mir beschriebene Tour mit einer Zeitangabe von durchschnittlich 4,5 Stunden angegeben. Mal mehr, mal weniger. Wir haben etwa 8 Stunden gebraucht. Natürlich nur, weil wir jeden Felsen so faszinierend fanden, dass wir alle paar Meter anhielten und unsere Fotoapparate zückten.

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Die Kamera ist immer griffbereit.

Mein Tipp

Diese Wanderung ist ein Muss in der sächsischen bzw. böhmischen Schweiz. Vielleicht sollte man sie aber besser in die entgegengesetzte Richtung gehen (erst Prebischtor, dann die Klammen). Auf diese Weise hätte man als Abschluss die wunderbaren Schluchten und kann die müden Beine abschnittsweise während der Kahnfahrten ausruhen.

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