Kulinarisches Utrecht

Wer ihn kennt, weiß: der Andy hat überall Freunde. Selbst in Utrecht.

Ich war noch nie in Utrecht. Und außerdem ist der Stefan ein wirklich Netter, der uns in seinem Heim Obdach und Frühstück anbot.
Das nahmen wir nur zu gern an und buchten für das Pfingstwochenenden dank überquellendem Bahn-Punkte-Konto und Europa-Specials eine Bahnfahrt in der 1. Klasse nach Utrecht.

ÖPNV innovativ

Am Bahnhof angekommen stellten wir fest, wie sauber und aufgeräumt und neu alles ist. Kunststück: der Bahnhof in Utrecht ist brand neu und dementsprechend ist alles drum herum noch eine riesige Baustelle.
Stefan war so nett, uns abzuholen und drückte uns ÖPNV-Karten in die Hand mit den folgenden Worten “Damit könnt ihr überall fahren. Einfach ein- und wieder auschecken. Abgerechnet wird nach Kilometern.”
Das nenne ich mal innovativ. Es war zwar etwas gewöhnungsbedürftig, im Bus auch beim Aussteigen, die Karte an ein Lesegerät zu halten, aber ich bin stolz auf uns, dass wir es nicht einmal vergessen haben.

Stadtspaziergang

Nachdem wir unser Gepäck deponiert und uns mit einem leckeren Kaffee gestärkt hatten, wollten wir auch die Stadt erkunden. Stefan erklärte sich dankenswerter Weise bereit, den Guide zu spielen. Ohne ihn wäre die Tour nur halb so informativ gewesen. Er wusste von Architektur, Kultur und Eigenheiten der Stadt zu berichten, aber auch wie es ist, als Expat in den Niederlanden zu leben.

Zunächst spazierten wir am Singel – eine Art Stadtgraben – entlang und umrundeten so fast die halbe Innenstadt (zumindest kam es mir so vor). Vorbei kamen wir an wundervollen Parks und niedlichen Gässchen und lauschten dabei gespannt Stefans Geschichten.

Die Innenstadt selbst überraschte uns dann mit ruhigen Grachten und einer gemütlichen Atmosphäre. Verlaufen kann man sich in dieser süßen Stadt tatsächlich nicht, denn der Dom überragt alles und ist eigentlich von fast jedem Winkel zu sehen.

Etwas irritierend sieht es schon aus, wenn der Kirchturm einige Meter entfernt von der Kirche steht. Aber so ist das nun mal, wenn vor Hunderten Jahren (1674) ein Tornado den Mittelgang einstürzen lässt und ihn seither niemand wieder aufgebaut hat.

Kulinarische Höhepunkte

1. Pizza in Utrecht?

Kulinarisch verließen wir uns ganz auf Stefan und so kam es dass wir zum Abendessen auf das niederländische Nationalgericht “deep fried something” verzichteten sondern die angeblich beste Pizza der Stadt genossen. Und ja, im “O’Panuozzo”  versteht man was von leckerer neapolitanischer Küche.

Die Niederlande sind meines Wissens jetzt nicht so berühmt für ihre Bierkultur. Ja, Heineken ist berühmt, aber alles andere als lecker. Dennoch gibt es sehr, sehr viele kleine Brauereien, die sich auf Craft Beer konzentrieren und ein paar davon durften wir probieren.

2. Bier in einer Kirche

Zunächst besuchten wir das belgische “Café Olivier” , dass sich nicht unbedingt durch günstige Preise oder heimelige Atmosphäre auszeichnete. Viel interessanter und damit unbedingt sehenswert ist die Lokation an sich: Das Café befindet sich in einer alten Kirche – mit hoher Decke und eingebauter Orgel und allem drum und dran. Auch in der Auswahl der Biere (WAAH! ZU! VIEL! AUSWAHL!) verließen wir uns auf Stefan – und das war eine grandiose Idee. Spoiler: er traf den gesamten Abend über unseren Geschmack!

Im Café Olivier schenkte man uns zum Abschied auch die traditionellen Pfeffi-Bonbons mit dem Konterfeit der ehemaligen Königin drauf. Viel zu süß, viel zu groß – aber eine nette Idee.

3. Beim Dude zu Gast

Die zweite Bar befand sich direkt unter dem Domturm und gefiel uns schon vom Namen her: “Lebowski”. Als Fans des Films suchten wir natürlich nach dem Teppich, der die Wohnung (in dem Fall die Kneipe) erst gemütlich macht. Und wir wurden fündig 🙂 Außerdem gab es noch einen passenden Flipper.

Eigentlich hätten wir ja einen White Russian zu uns nehmen müssen, aber das liessen wir zu Gunsten des hauseigenen Biers sein. Auch hier wurden wir geschmacklich nicht enttäuscht. Mir blieb auch positiv in Erinnerung, dass wir einen Pitcher Leitungswasser zum Bier dazu bekamen. Das ist sehr vernünftig.

4. Drei durstige Hirsche

Das mit Abstand leckerste Bier, die netteste Bedienung und den größten Wohlfühlfaktor gab es schließlich im “De Drie Dorstige Herten”. Ich habe noch nie erlebt, dass sich die Inhaber einer Bar so gut mit ihrer Materie auskennen und Tipps geben, was schmecken könnte. Ich hatte mir auf Stefans Rat hin ein Obstbier ausgesucht. Kennt man ja… Süßes Bier, das vor allem nach Zucker schmeckt. Plötzlich wollte die Bedienung aber wissen, was ich vorher getrunken hätte und Stefan klärte mit ihr die Details auf niederländisch. Tatsächlich hätte sie mir dieses besondere Bier nicht verkauft, wenn ich vorher ein herbes oder sehr starkes Bier getrunken hätte. Diese Ansage machte mich natürlich neugierig. Und was ich dann kredenzt bekam würde ich in der Tat als das leckerste Bier ever bezeichnen. Leicht, fruchtig, kein Zuckergeschmack und herrlich frisch.

Das Essen war ja nun schon eine ganze Weile her und nach all dem Bier hatten wir wieder so ein kleines Hungergefühl… vor allem aber Appetit auf irgendwas Fettiges. Da hatte Stefan die perfekte Idee: Bitterballen! Hierbei handelt es sich um eine niederländische – natürlich frittierte – Spezialität, die man gern als Snack zwischendurch oder zum Bier genießt. Eine undefinierbare Masse aus Rind- und Kalbfleisch wird paniert und mit Senf gereicht. Yummy!

5. Der Heimweg

Eigentlich wollten wir nur “nach Hause” laufen und passierten dabei das “Kafé België”, das überwiegend von Expats besucht wird. Hier fanden wir wahnwitzige Mischung aus Kneipenkultur und Religiösität vor.

Findet ihr es eigentlich auch befremdlich, dass in den Niederlanden die Kneipen “Café” heißen?

Nach dem Spaziergang “nach Hause” wurde der Abend gekrönt mit einem gemütlichen Ausklang auf der Couch und einer Flasche von Stefans selbstgebrautem Bier. Wow! Damit habe ich nicht gerechnet. Besser hätte dieser Tag nicht enden können.

Fazit

Nach dem ich lange Zeit kein Bier mehr mochte, hat mich dieser Ausflug wieder auf den Geschmack gebracht.

Danke, Stefan für einen grandiosen Tag in deiner wunderbaren Stadt.

PS: Die allermeisten Fotos sind von Andy, das eine oder andere von mir.

 

Disneyland Deluxe – Die Parks

Achterbahnen sind meine Leidenschaft und im Disneyland kommt noch die Magie der Kindheit hinzu. Ich liebe diesen Park! Gut, dass ich über genügend Paten- und Herzkinder verfüge, die ich mir für einen Trip nach Paris ausleihen kann.

Schloss

Das Disney-Schloss in prinzessinnenrosa

Ganz wichtig: Minni-Mouse-Ohren! Ohne die geht man nicht in den Park.

Auto

Autopia macht in jedem Alter Spaß!

Der Disneyland Park

Dieses Jahr feiert das Disneyland 25jähriges Jubiläum und genau dafür wurde der Park in großen Teilen renoviert und neu gestaltet.

So wird das Discoveryland zum Beispiel nicht mehr von der Thematik “Jules Vernes” bestimmt. Stattdessen dreht sich alles um Star Wars. Der Space Mountain wurde zum Hyperspace Mountain und das 4D-Kino “Star Tours” stellte uns C3PO als Piloten zur Verfügung und nahm uns mit auf verschiedene Weltraummissionen. Beide Attraktionen besuchten wir danke des VIP Fast Pass mehrmals und selbst die Kleinsten hatten unglaublich viel Spaß.

Hyperspace Mountain

Hyperspace Mountain

Etwas enttäuscht waren wir vom Fantasyland. Hier sollten eigentlich die Kleinsten voll auf ihre Kosten kommen. Leider gibt es gerade hier nur eine Attraktion mit Fast Pass (Der Flug des Peter Pan) was dazu führte, dass man für die einfachsten Fahrten (z.B. das Pferdekarussell oder Mad Hatter’s Tea Cups) ewig anstehen muss. Ich hatte mich besonders auf das Labyrinth von Alice im Wunderland gefreut – aber das war leider wegen technischer Probleme geschlossen.

Also setzten wir unseren Weg fort ins Adventureland, wo die Achterbahn “Indiana Jones and the Temple of Peril” (Loopingbahn) wartete.

Temple of Peril

Indiana Jones and the Temple of Peril

Dies ist auch die einzige Bahn, für die man mindestens 1,40m groß sein muss. Die sonstigen “großen” Bahnen setzen 1,20m oder 1,02m voraus. Nein, das ist kein Tippfehler.

Im Frontierland ging es dann direkt weiter mit  “Big Thunder Mountain” (die Minenbahn)

Thunder Mountain

Big Thunder Mountain

Neben der Parade gab es ein weiteres besonderes Highlight: Disneys Illuminations tauchte das Prinzessinnenschloss spät am Abend in  märchenhafte Farben und nahm die Zuschauer mit auf eine fantastische Reise durch die Disney Geschichten.  Die Kinder waren tatsächlich auch noch fit genug, dass wir uns das Spektakel um 23 Uhr ansehen konnten.

 

Walt Disney Studios Park

Für den Studios Park blieb uns leider nur ein halber Tag übrig, weil wir – wie schon bei der Reise zuvor – die Wartezeiten (trotz Fast Pass) vollkommen unterschätzt haben. Leider sind in diesem Teil des Parks nur wenige Attraktionen mit Fast Pass Eingängen versehen, so dass uns am Ende nur zwei großartige Fahrten übrig blieben: Ratatouille – The Adventure (großartiges 4-D Kino durch das man in rattenförmigen Gondeln gefahren wird) und der Rock’n Roller Coaster by Aerosmith (Loopingbahn). Leider hatten wir keine Zeit, mehr von den Studios zu erkunden oder eine der vielen Shows anzusehen.

Fazit: Das bedeutet dann wohl, dass wir nochmal herkommen müssen. Wie schade 😉

 

Disneyland Deluxe – Die Sequoia Lodge

Ende Mai und das lange Wochenende über Himmelfahrt… Perfekt für 3 Tage Disneyland mit drei hinreißenden Mädchen.

Die Zimmer

Um Nerven zu schonen und möglichst viel Spaß zu haben, gönnten wir uns den VIP Fast Pass und übernachteten in der “Golden Forest Suite” mit angeschlossenem  “Golden Forest Club”-Zimmer. Die Zimmer waren wirklich schön, groß und boten alle Annehmlichkeiten die man sich wünscht. Inklusive gefühlter 1000 Schokotaler, die der Zimmerservice immer wieder vorbei brachte.

Wenn man mal davon absieht, dass das Mobiliar schon etwas verwohnt ist (was nach 25 Jahren ohne Renovierung zu erwarten ist), kann man über die Suite und das Club-Zimmer wirklich nicht meckern. Alles war sauber und und durchaus angenehm. Klar kann man für den Preis normalerweise mehr Luxus erwarten…. aber dann vergisst man halt, dass man sich im Disney-Umfeld befindet. Alles ist weitaus teurer als normal.

Für die Kinder waren in den Zimmern kleine Kuscheltiere wie zum Beispiel Remis aus Ratatouille verteilt und die Kosmetikartikel kamen in Form kleiner Fläschchen mit Mickey-Maus-Ohren daher. Soooo süß!

Das Frühstück

Im Gegensatz zu den “normalen” Zimmern musste man sich nicht an der morgendlichen Schlacht am kalten Buffet beteiligen. Wie wir mitbekommen haben, war es dort extrem hektisch und voll. Die Auswahl an Speisen soll wohl auch nicht so riesig gewesen sein. Gerüchteweise bekommt man im Speisesaal eine Frühstückszeit zugewiesen. Aber diesen Umstand konnten wir nicht beobachten und bestätigen.

Wir als Suiten- und Club-Gäste wurden in einem separaten Raum verköstigt, in dem es bei weitem nicht so hektisch war und die Auswahl der Speisen nicht nur “Continental” war. Wir fanden zu unserer großen Freude auch Eier, Bacon, Würstchen, Baked Beans und Pancakes vor.

Der Shuttle Bus

Zu Fuß braucht man etwa 15-20 Minuten zum Park und ich empfehle auf den kostenlosen Shuttle Bus tatsächlich zu verzichten. Warum? Man betritt das Disney Village quasi von “hinten” – was Hotel Gästen vorbehalten ist. Das Sicherheitskonzept vor Ort ist sehr streng, so dass man überall durch Flughafen-Scanner muss, um den Bereich zu betreten. Nimmt man nun den Shuttle-Bus betritt man den Bereich vom Bahnhof “Marne la Vallée-Chessy” her – so wie alle anderen auch. Das Gedränge ist riesig! Dann doch lieber ein paar Minuten zu Fuß gehen und entspannt durch die Sicherheit mit nur wenigen anderen Gästen.

Der Pool

Eigentlich ging ich davon aus, dass wir gar nicht die Zeit finden würden, den Hotelpool zu nutzen, aber die Mütter bestanden darauf, Badesachen einzupacken. Guter Gedanke! Am zweiten Tag schien den ganzen Tag bei über 30 Grad die Sonne und uns allen taten am Ende des Tages so sehr die Füße weh, dass wir uns nur noch nach einer Abkühlung sehnten.  Mit einer kleinen Rutsche und einem Whirlpool sind dann sowohl Kinder als auch Erwachsene zufrieden gestellt.

Der Indoor-Pool bietet für Gäste des Hotels einen Handtuch-Service. Dummerweise bedeutet das aber auch, dass alle Gäste die gleichen blau-weiß-gestreiften Handtücher haben. Und natürlich waren unsere dann weg. Der nette Bademeister warf uns aber – zur großen Freunde der Mädchen – quer durch die Halle neue Handtücher zu. (Und an dieser Stelle summen wir jetzt bitte alle “Paule heißt er, ist Bademeister”… nur damit ihr den gleichen Ohrwurm habt wie ich)

Diverse Services

Generell war ich ziemlich begeistert von den vielen zusätzlichen und sehr unkomplizierten Services, die das Hotel bot. Unter anderem nahm ich in Anspruch:

  • Umbuchen von Dinner Reservations
  • Ausdrucken von Boardkarten für den Rückflug
  • Gepäckaufbewahrung am letzten Tag

 

Das Fazit

Ja, die Sequoia Lodge ist nicht das günstigste Hotel rund um das Disneyland und vielleicht ist mein Blickwinkel nicht ganz objektiv aufgrund der besonderen Zimmerkategorie… Dennoch würde ich es jederzeit empfehlen. Das Thema “Redwood” und “Blockhütte” muss man natürlich mögen – aber dann genießt man auch das kleine Wäldchen drumherum und den rustikalen Stil.

Disneyland Deluxe – Der Fast Pass

Ich liebe meine Patenkinder. Ich liebe sie so sehr, dass ich mit Ihnen ins Disneyland Paris fahre… und das mit allem Luxus den es dort für Geld zu erwerben gibt. Mit dem Neffen hatten wir diesen Trip schon vor einigen Jahren unternommen und die “Fehler” von damals wollten wir dieses Mal mit den drei kleinen Mädchen (11, 8 und 7 Jahre alt) nicht wiederholen:

  • 3 Tage sind besser als 1 Tag (der bei weitem nicht ausreicht für beide Parks)
  • Mehr Kinder = mehr Spaß
  • Der Disney-Shuttle-Bus vom Flughafen verhindert planloses herumirren in Paris
  • Der Fast Pass ist ein Muss – egal wie teuer das wird.

Ich kann mich noch dunkel daran erinnern, dass wir auf dem ersten Trip einen sogenannten “Fast Pass” kaufen konnten. War nicht ganz billig, aber ermöglichte das “Vordrängeln” an den beliebtesten Attraktionen wie z.B. dem Space Mountain.

Diesen Pass wollte ich unbedingt wieder haben. Also versuchte ich im Vorfeld zu recherchieren, wie teuer dieser Pass mittlerweile geworden ist. Ich musste aber mit Entsetzen feststellen, dass Disney das System geändert hat. Mittlerweile gibt es 3 verschiedene Fast Pässe, die ich hier im Detail erläutern möchte:

Der Fast Pass

Jeder Besucher hat die Möglichkeit sich an den entsprechenden Attraktionen ein Fast-Pass-Ticket. Achtung: Nicht alle Karussells und Achterbahnen haben diesen speziellen Eingang.

Auf dem Ticket steht eine Uhrzeit und der Inhaber hat dann die Möglichkeit zu dieser Uhrzeit einmalig den gesonderten Eingang zu nutzen, der die lange Warteschlange halbwegs umgeht.

Man bekommt zu jeder Zeit nur einen Fast Pass. Das bedeutet, beispielsweise: Es ist 11 Uhr morgens. Ich ziehe einen Fast Pass für “The Temple of Peril”. Dieser ist für 13:00-13:30 gültig. Dann darf ich erst um 13:30 einen Fast Pass für “Thunder Mountain” ziehen.

Soweit so logisch und gut. Was ich aber beobachten konnte: Die Fast Pass Automaten waren teilweise schon gegen Mittag geschlossen weil bereits alle Zeitspannen vergeben waren.

Fazit: Diese Option ist für mich nicht akzeptabel.

Der “Hotel” Fast Pass

Diese Variante des Fast Pass bekommt jeder Gast des Disney Hotels  oder Gäste der angeschlossenen Hotels in den gehobenen Zimmerkategorien (sogenannte “Club”-Zimmer z.B. in der Sequoia Lodge oder im New Port Bay)

Es gibt pro Tag und Person genau einen Fast Pass, der an einer beliebigen Attraktion eingesetzt werden kann. Für alle anderen Attraktionen oder einer zweiten Fahrt auf der Lieblingsachterbahn muss man dann trotzdem an die Automaten gehen.

Dieser Pass gilt nicht zwischen 13 und 16 Uhr

Fazit: WTF? Man zahlt ein unglaublich teures Zimmer und darf trotzdem nur einmal vordrängeln? Nein danke.

Der “VIP” Fast Pass

Immer den Fast Pass Eingang nutzen. So oft wie ich will. Also wirklich immer. Ohne Zeiteinschränkung oder sonstige Limitation.

Bingo. Den möchte ich bitte.

Wie? Den kann man nicht kaufen? Ich muss dafür eine Suite buchen? Ok.

Leider findet man die Suiten nicht auf den Buchungsseiten der Disney Hotels. Stattdessen wird eine Telefonnummer angezeigt, an die man sich wenden soll. Na gut.

Warten, warten, warten. Die Warteschleifenmusik von Disney verfolgt mich mittlerweile in Alpträumen.

Nach unzähligen Versuchen spreche ich tatsächlich mal mit einem Menschen. Die freundliche Dame am anderen Ende teilt mir mit, dass es Suiten nur für maximal 4 Personen gibt. Wir sind aber 5…. und  schon bin ich wieder in der Warteschleife.

Gefühlte Ewigkeiten später sind wir wieder im Gespräch. Man könne mir eine Suite und ein Club Zimmer anbieten, die mit einer Tür verbunden sind. Auf Nachfrage teilte sie mir dann mit, ich würde aber nur 3 VIP Pässe und 2 Hotel Pässe bekommen. Das traf jetzt nicht ganz meine Vorstellung.

Eloquent und raffiniert konnte ich die gute Dame aber dazu überreden, mir diese beiden Zimmer und 5 VIP Pässe zu geben.

Fazit: Der VIP Fast Pass funktioniert.

  • Er schont die Nerven wenn man mit drei kleinen Mädchen unterwegs ist
  • Der Eintritt zu den entsprechenden Attraktionen hat immer reibungslos funktioniert (Beispiel: statt 110 Minuten Wartezeit verbrachten wir nur 15 Minuten in den Gängen des Space Mountain wo wir allerdings auch genügend anzuschauen hatten).
  • Leider gilt der VIP Fast Pass nur an den entsprechenden Attraktionen, so dass man tolle Fahrten wie z.B. den Crush Coaster trotzdem nur machen kann, wenn man sich ein Ticket zieht oder seeeeehr lange wartet. Hier könnte Disney gerne nochmal nachjustieren und Attraktionen tauschen.
  • Es ist teuer. Verdammt teuer. Zwei Nächte in einer Suite inklusive Eintritt in die Parks bringen locker eine vierstellige Zahl auf die Rechnung.

Wissenswertes

Auf meinen Recherchen habe ich folgendes gelernt:

  • VIP Fast Pässe sind nicht übertragbar! Den Namen kontrolliert hat aber an den drei Tagen niemand.
  • VIP Fast Pässe gelten nur an bestimmten Tagen. An den meisten Attraktionen wurde das nicht kontrolliert. Aber: es reicht EINE Kontrolle und die Pässe sind weg.

Daher: Finger weg von dubiosen Angeboten auf Ebay. Die VIP Fast Pässe, die man guten Gewissens nutzen kann gibt es nur mit den entsprechenden Zimmern der Hotels.

Gerücht

Fakt ist: das aktuelle Fast Pass System ist Mist und funktioniert nur leidlich gut. Ich habe aber jetzt schon mehrfach davon gehört und gelesen: Disney plant, das alte System wieder einzuführen. Der mögliche Fast Pass “Premium” soll dann wohl 90 Euro pro Person und Tag kosten. Ob das wirklich stimmt und wenn ja, wann das eingeführt werden soll, kann allerdings niemand mit Gewissheit sagen. Disney selbst hüllt sich dabei natürlich in Schweigen.

Mal eben vor dem Wellnesstag: Vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall

Am dritten Tag unserer kurzen Reise in die sächsische Schweiz hatten wir einen Wellnesstag im Mariba Saunaparadies eingeplant. Der Tageseintritt war bereits im Hotelpaket enthalten und so ein Saunatag ist ja eigentlich immer eine gute Idee.

Allerdings gibt es so viele tolle Dinge zu sehen und zu erleben in der sächsischen Schweiz, dass wir beschlossen, Wellness auf einen halben Tag zu reduzieren und am Vormittag eine kurze Wanderung zu unternehmen. Also suchten wir in unserer Wander-App nach folgenden Kriterien: kurz, wenige Höhenmeter und dennoch aussichtsreich.

Heraus kam die Wanderung zum Kuhstall. Die Idee, die Wanderung mit einer Fahrt mit der wildromantischen Kirnitzschtalbahn zu verbinden, begeisterte uns. Leider hatte der Urlaubsmodus bereits eingesetzt, so dass wir beim Frühstück zu sehr getrödelt haben und die anvisierte Abfahrtzeit knapp verpassten. Alles in allem war das aber nicht tragisch, da wir dem Verlauf der Bahn schließlich mit dem Auto folgten und feststellen mussten: So wild und romantisch wie in unserer Vorstellung ist diese Strecke gar nicht.

Parken leicht gemacht

Am Wanderparkplatz angekommen, hatten wir erstmal mit der Technik des Parkometers zu kämpfen. Der Preisaushang gab folgende Zeiten an: 2 Stunden (zu wenig für unser Vorhaben) oder den ganzen Tag (nicht nötig). Also bemühten wir unsere Künste in Algebra und fütterten den Automaten mit unserem letzten Kleingeld für 3 Stunden. Zur Strafe bekamen wir weder ein Parkticket noch unser Geld zurück. Der freundliche Tramfahrer, den wir in seiner wohlverdienten Pause störten, erklärte uns: “Ja, da seid ihr nicht die ersten. Passiert ständig. Ihr müsst wirklich 2 Stunden oder den ganzen Tag wählen. Aber die im Restaurant geben euch auch einen Zettel.”

Kurz überlegten wir, ob wir einfach so das Auto stehen lassen und ein Ticket riskieren… Aber wir sind ja ehrliche Menschen. Also liefen wir zum Restaurant neben dem Lichtenhainer Wasserfall und fragten die nette Bedienung, ob wir einen Zettel bekommen können. Auch sie erklärte uns geduldig, wie der Automat zu bedienen sei und schrieb uns schließlich ein “Parkgebühren bezahlt” auf ein Papier, das wir ins Auto legen sollten.

Da wir aber schon da waren, schauten wir uns zuvor den berühmten Lichtenhainer Wasserfall an, dessen Einsatz wir aber leider knapp verpasst hatten und somit nur den leise vor sich hinplätschernden Bach bestaunen konnten.

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Der Lichtenhainer Wasserfall im Normalzustand

Vom Wasserfall zum Kuhstall

Die Wanderung selbst war wie beschrieben relativ leicht und bot mit zauberhaften  Waldwegen und einigen bemoosten Treppen sehr viel herrliche Natur.

Auf dem letzten Teilstück der Wanderung bewies Andy großen Mut, indem er trotz Höhenangst, die unebenen Treppen und steilen Leitern überwand.

Als Belohnung wartete dann der Kuhstall  mit seiner grandiosen Aussicht auf uns. Das riesige natürliche Felsentor erhielt seinen Namen, weil die Bevölkerung dort ihr Vieh vor schwedischen Soldaten während des dreißigjährigen Krieges versteckte. Heute befinden sich dort nur noch Horden von Touristen, die ungestörtes Fotografieren zu einer echten Herausforderung machen.

Die Himmelsleiter

Nach einer kurzen Rast im Gasthaus ging für mich der Aufstieg über die Himmelsleiter noch etwa 100 Stufen höher. Die Belohnung für die Extra-Anstrengung war ein Ausblick, der seines Gleichen sucht.

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Ausblick auf die Festung Königstein

Der Lichtenhainer Wasserfall in Aktion

Da Rundwege prinzipiell interessanter sind als stupide hin und wieder zurück zu laufen, führte uns der etwas längere Rückweg durch weniger bevölkerte Wälder, bevor wir wieder am Lichtenhainer Wasserfall ankamen. Das Timing war nun besser, so dass Andy Kamera und Stativ in Position bringen konnte, bevor der “Wasserfallzieher” sein Werk beginnen konnte.

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Der Lichtenhainer Wasserfall in seiner ganzen Pracht. Foto: Andreas Kruck

Das Saunaparadies im Mariba

Natürlich folgten wir dem Plan, den Rest des Tages mit Entspannung zu verbringen. Im Mariba Saunaparadies findet man Ruhe und Spaß gleichermaßen, die Aufgüße sind gut gemacht und die Anlage ist herrlich verwinkelt… Selbst das Essen war gut, was in solchen Thermen ja nicht unbedingt immer der Fall ist.

Es gab am Nachmittag tatsächlich nur einen kleinen Anlass zu Unmut: Wenn man schon alles mit einem elektronischen Zahlsystem erledigen kann, wäre es toll, wenn man für die gebuchte Massage nicht extra Bargeld mitnehmen müsste.

Mein Fazit:

  • Die Kirnitzschtalbahn kann man sich sparen
  • Der Lichtenhainer Wasserfall ist eine halbe Stunde Wartezeit auf den “Wasserfallzieher” durchaus wert.
  • Der Kuhstall und die Himmelsleiter sind ein Muss, wenn man in der sächsischen Schweiz wandern will. Märchenhafte Wälder und grandiose Aussichten belohnen für milde Strapazen.
  • Das Mariba in Neustadt ist ein guter Ort zum Entspannen

 

Prag an einem Tag

Auf dem Weg in die sächsische Schweiz erwähnte Andy, dass er noch nie Prag war.

Bitte was?

Diese wundervolle Hauptstadt der tschechischen Republik muss man doch wenigstens einmal im Leben gesehen haben! Da traf es sich gut, dass mein letzter Besuch in der goldenen Stadt nun auch schon 20 Jahre zurück lag… und hey – Prag ist ja nicht so weit weg. Zweieinhalb Stunden mit dem Auto. Aber wie gemein… wenn wir mit dem Auto fahren, kann einer von uns nicht in den Genuss des leckeren böhmischen Biers kommen. Was also tun? Zug fahren! Aber das ist von Neustadt nicht möglich. Oder zumindest extrem umständlich. Die ideale Verbindung wäre ab Bad Schandau gewesen. Kurzerhand fragte ich im Hotel nach Alternativen und der hilfsbereite Concierge organisierte uns eine Busfahrt des Unternehmens Puttrich, die uns sogar direkt vom Hotel abholen würde und eine Stadtführung beinhalten sollte.

Was soll ich sagen? Kaffeefahrt nach Prag? Na klar! Da sind wir dabei und nehmen gerne in Kauf, dass wir das Durchschnittsalter im Bus um einige Zähler senken. Die Fahrt selber war lang und ziemlich ereignislos, wurde aber durch einige Erzählungen und Anekdoten unseres Stadtführers aufgelockert.

Stadtführung im Turbomodus

Endlich in Prag angekommen, wurden wir auf dem dem Burgberg, den ich als Kind fälschlicherweise noch als Hradschin kennen lernte, abgesetzt und begannen uns als Gruppe durch das Gewühl zu schlagen. Wie all die drölfzigmillionen anderen Touristen auch. Immer wieder stoppten wir an den berühmten Sehenswürdigkeiten der Burg, bahnten uns unseren Weg über die Karlsbrücke und schauten uns ein wenig in der Altstadt um, bevor uns unser Führer in die wohlverdiente “Mittagspause” entließ. Ab jetzt hieß es: Zweieinhalb Stunden zur freien Verfügung. Ohne die Gruppe. Yeah! So nett unser Stadtspaziergang auch war – für Prag braucht man deutlich mehr Zeit und vor allem eine kleinere Gruppe.

Den Nachmittag durften Andy und ich also selbst gestalten. Was also tun? Für mich hängen sehr viele Erinnerungen an DER Tourikneipe in Prag – dem U Fleku. Da wollte ich gern wieder hin. Mit einem kleinen geplanten Umweg über den berühmten Wenzelsplatz (leider aktuell eine große Baustelle) fanden wir den gemütlichen und erstaunlich leeren Biergarten etwas außerhalb der Altstadt relativ schnell. Googlemaps sei dank!

 

U Fleku – mit böhmischem Bier auf den Spuren der Kindheit

Ob es wohl am Wochentag oder an der Tageszeit lag, dass es so ungewöhnlich wenig besucht war, vermochte ich nicht einzuschätzen. Ich konnte mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ich das U Fleku jemals mit leeren Bänken gesehen habe. Ganz im Gegenteil. Immer wenn ich als Kind mit den Eltern dort war, platze der Biergarten aus allen Nähten und die Stimmung war herrlich ausgelassen. Dieses Mal jedoch konnten wir uns den Sitzplatz aussuchen. Und ich durfte endlich, endlich auch mal im U Fleku ein Bier trinken!

Die Recherche im Vorfeld auf Tripadvisor ergab, dass der Biergarten mittlerweile noch mehr auf Touristenabzocke eingestellt ist als er es früher war. Aber was erwarte ich denn? Ja, es ist in Ordnung, wenn das Bier direkt an den Tisch gebracht wird sobald ich mich setze. Wofür gehe ich denn sonst in eine Brauerei? Und wenn ich keinen Schnaps will, dann sage ich das den durchweg freundlichen Kellnern. Ich verstehe diese Art Kritik auf Tripadvisor nicht.
Wir hatten jedenfalls eine ziemlich gute Zeit bei schmackhaftem Bier, wirklich leckerem böhmischen Essen und dem obligatorischen Becherovka.

Etwas angetrunken machten wir uns zurück auf den Weg in die Innenstadt, wobei wir eine der niedlichen Moldauinseln besuchten und das bunte Treiben auf dem Wasser beobachteten.

Über den Dächern von Prag

Da wir noch ein wenig Zeit hatten, bevor sich die Gruppe wieder auf dem Marktplatz zusammen finden sollte, folgten wir einem Insidertipp aus Andys Facebook Timeline und suchten das Hotel Prince. Dort sollte es ein Café auf dem Dach mit herrlicher Aussicht geben. In der Tat befand sich das charmante Hotel direkt am Markt und bot einen grandiosen Rundblick über die Dächer der Stadt. Der Irish Coffee, den wir uns dort oben gönnten war für tschechische Verhältnisse exorbitant teuer – aber allein die Fotomöglichkeiten waren es wert!

Überall in der Stadt – also wirklich fast in jedem zweiten Hauseingang – wurden Trdelník mit den verschiedensten Füllungen angeboten. Aufgrund mangelnder Gelegenheit für Palatschinken mit Quark beschlossen wir, diese süße slowakische Spezialität auszuprobieren. War ganz lecker – aber den Hype darum verstehe ich nicht ganz.

Gegen 16 Uhr traf sich die Gruppe dann wieder, um gemeinsam durch das jüdische Viertel zum Bus zu laufen. Dort angekommen, hatten wir noch einmal eine schöne Aussicht auf die Burg, bevor wir in den Bus stiegen und die Rückreise antraten.

Mein Fazit

Prag ist genauso wunderschön und charmant – und vielleicht noch überrannter von Touristen – wie ich es in Erinnerung hatte. Ein Tag reicht bei weitem nicht aus, um die goldene Stadt ausreichend kennen zu lernen. Aber wie Andy treffend feststellte: Ein Nachmittag ist ausreichend Zeit, um herauszufinden, dass man unbedingt nochmal nach Prag reisen muss.

Wandern: Von Hřensko durch die Edmundsklamm und die Wilde Klamm zum Prebischtor

Auf Reisen verlasse ich mich gerne auf Tipps von Freunden – insbesondere wenn die Interessenlagen sich ähneln. So traf es sich sehr gut, dass zwei Freunde bereits in der Sächsischen Schweiz wandern waren. Sie legten uns die Klammen bei Hřensko und das Prebischtor mit den wärmsten Empfehlungen ans Herz. In unserer lieb gewonnen App “outdooractive” fanden wir dann auch die entsprechende Tour.

Hřensko

Der Ort Hřensko ist hinter Schmilka der erste Ort der Sächsischen Schweiz auf der tschechischen Seite. Und weil sich der Gast ja nicht mehr in Sachsen befindet, heißt das Gebiet ab dort auch Böhmische Schweiz. Auffällig ist, dass der Tourismus in Tschechien anders zelebriert wird als auf der deutschen Seite:

  • Parkplätze sind reichlich vorhanden – aber meist für Hotelgäste oder Restaurantbesucher reserviert
  • Überall finden sich die sogenannten Asia-Märkte auf denen man billige Textilien in zweifelhafter Qualität kaufen kann
  • Alles scheint bunter und quirliger zu sein – solange man nicht die ausgelatschten Touristenpfade verlässt

Edmundsklamm und Wilde Klamm

Der kostenpflichtige Wanderparkplatz (4,50 Euro pro Tag) war dann auch schnell gefunden und auch der Start der Wanderung war hervorragend ausgeschildert.

Auf in die Klammen

Auf in die Klammen! Foto: Andreas Kruck

Zunächst ging es auf gut ausgebauten aber auch extrem befüllten Wegen durch die Schlucht bis zur Edmundsklamm, wo wir den ersten Kahn (3 Euro pro Person) bestiegen. An dieser Stelle wird die Klamm so eng, dass es anscheinend keine Möglichkeit gab, den Wanderweg weiter zu bauen. Die 20 minütige Fahrt auf dem Flüsschen Kamenice wurde uns durch charmante und witzige Erläuterungen des Bootsführers versüßt. Immer wieder sprach er mich oder andere Gäste in seiner spitzbübischen Art an: “Hallo, Dame, blond, Fotoapparat links, Bitte.”

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Böhmischer Charme und Witz trifft auf atemberaubende Landschaft.

Und es gab tatsächlich an jeder Ecke etwas Besonderes und Spannendes zu sehen… mit genügend Becherovka intus hätte ich sicher auch die verschiedenen Tierformen in den Felsen erkannt.

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Felstrolle!

Der zweite Abschnitt der Wanderung war schon deutlich leerer, da die meisten Touristen nur in der Baude einen Kaffee zu sich nahmen (oder eine Himbeerbrause) um dann mit dem Boot zurück zu fahren. Wir aber gelangten nach einer halben Stunde bereits an die nächste Station, wo wir wieder ein Boot bestiegen, um die enge Schlucht zu passieren (2,50 Euro pro Person). Am Ende der Klammen war der Wanderweg dann zwar angenehm leer, aber es setzte ein beständiger Regen ein. Dennoch setzten wir tapfer unseren Weg nach Mezní fort, wo wir uns im Restaurant Mezní Louka mit einem Kaffee stärken wollten. Leider ignorierte uns das Personal vollkommen, so dass wir ohne wärmendes Getränk wieder aufbrachen. Nachdem wir den Regen weitestgehend abgewartet hatten natürlich.

Das Prebischtor

Auf der Etappe zum Prebischtor begegneten uns noch weniger Menschen, was den Weg durch die Wälder und vorbei an surrealen Steinformationen wirklich angenehm machte.

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Felsen ragen immer wieder aus dem Nichts empor

Am Prebischtor angekommen, sparten wir uns den Eintritt (3 Euro), der uns berechtigt hätte direkt unter den natürlichen Felsbogen zu gelangen. Erstens schien uns der Aufstieg das Geld nicht wert und vor allem hatte Andy Bedenken wegen seiner Höhenangst. Stattdessen legten wir also eine kleine Rast auf einer Plattform kurz unterhalb der niedlichen, fast wie in Fels gegossenen, Baude ein und genossen von dort die wunderbare Aussicht auf das Tor.

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märchenhafte Baude – verwachsen mit Wald und Fels

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Das Prebischtor

Die letzte Etappe des Rundweges zurück nach Hřensko gestaltete sich ziemlich kräftezehrend und weniger hübsch als die vorherigen Abschnitte. Und das obwohl es fast nur bergab ging. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass es nicht die aller klügste Idee war, die längste Wanderung (knapp 21 km) direkt am ersten Tag zu unternehmen. Ich zumindest merkte, wie die Kraft meine Beine verließ und der steinige, breite Weg zu einer Herausforderung wurde. Die letzten 1,8 km immer an der Straße entlang waren dann auch nicht unbedingt hilfreich.

Wenn man sich diverse Wander-Websites und die Beschreibung von outdooractive anschaut, wird die von mir beschriebene Tour mit einer Zeitangabe von durchschnittlich 4,5 Stunden angegeben. Mal mehr, mal weniger. Wir haben etwa 8 Stunden gebraucht. Natürlich nur, weil wir jeden Felsen so faszinierend fanden, dass wir alle paar Meter anhielten und unsere Fotoapparate zückten.

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Die Kamera ist immer griffbereit.

Mein Tipp

Diese Wanderung ist ein Muss in der sächsischen bzw. böhmischen Schweiz. Vielleicht sollte man sie aber besser in die entgegengesetzte Richtung gehen (erst Prebischtor, dann die Klammen). Auf diese Weise hätte man als Abschluss die wunderbaren Schluchten und kann die müden Beine abschnittsweise während der Kahnfahrten ausruhen.